Transit Lahore-Taftan



Richtung Sueden oder in die Waerme (Die Jacke war hier sehr angebracht) geht es nach Multan. Fuenf Hotels klappern wir ab, bevor uns eines nimmt. Am naechsten Morgen wartet dann die Polizeieskorte vor der Tuer,  Die Jungs sind supernett und gut organisiert. Immer wenn wir einen Bezirk verlassen, wechseln die Begleiter. Wir sind zuegig unterwegs, vielleicht einbischen zu schnell, denn ploetzlich tritt Rauch unter der Motorhaube hervor..  Ach nein, nicht jetzt! Wir verlieren Kuehlwasser, wo es austritt, sieht man aber nicht genau. Wir mochten das naechste Ort erreichen und fahren langsam weiter, mit gelegentlichem Nachfuellen von Wasser. Nach einigen Kilometern kommt aber noch ein Quitschgerausch dazu, die Wasserpumpe ist am Arsch!!! Da habe ich doch noch eine auf Reserve. Das ganze wird zu einer Mittagspause: Isa kocht Essen, und Chai fuer die ganze Bande, ich ersetze die Pumpe mit Charlie als Assistenten (sein Velosattel dient als Spezialwekzeug) die Polizisten sitzen im Campingstuhl und "passen auf".
Nach 1.5 Stunden sind alle wieder Fahrtuechtig. Das ganze ist somit glimpflich abgelaufen und wir koennen weiterfahren.

Waehrend die Jungs posieren diagnostiziert Saemi im Hintergrund die defekte Wasserpumpe. Charlie darf im bequemeren Polizeiwagen fahren
Da sind alle gefordert: Bushmecanics in Pakistan


30 Km Weiter gibts den naechsten Wechsel der Eskorte. Wir fahren zuegig auf der Hauptstrasse, als unser Begleitfahrzeug mitten im Nichts, links auf einen Landweg faehrt. Was kommt denn jetzt?!? Im Rueckspiegel des Polizeiautos sieht man nur ein riiiiiesiges baertiges Grinsen vom Fahrer, der haelt an, steigt aus und sagt: Sugarcane! Ja super! Die Schlaumeier nutzen ihre Stellung bestens aus, um in den Feldern Zuckerrohr zu stibizen. Einer holt also ein Buendel, verteilt, und schon sind wir alle wie die Pandabaeren am knabbern. Superlecker. Das ganze wird natuerlich von den Dorfbewohnern aus einiger Distanz genau beobachtet. Die Kinder ruecken immer naeher, bis einer zu Tarik geht, und fragt ob er uns denn vielleicht die Hand schuetteln duerfe. Klar doch, Erlaubnis erteilt und schon schuetteln wir der ganzen Bande die Kelle, anschliessender Fototermin, und alle freuen sich.

 Angenehme Knabberpause unterwegs Kung-fu-Panda Tarik und Crew Der Chai-Botenjunge hat ein wichtiger Job, denn ohne Tee geht hier ueberhaupt nichts


Eine Nacht im Hotel, die naechste in der Polizeistation, tip top. Der dritte Tag unter Eskorte startet um 7Uhr, wir wollen heute ca. 400km schaffen. Diese Plaene sind aber schon nach 30km zerstoert. Wir werden auf einem Checkpost mitten in der Pampa, die sich hier bereits Beluchistan nennt, aufgehalten. Voraussichtlich 2 Stunden sollen wir warten, weil die Strasse blockiert sei. Nach Fotosession, drei Kannen Tee und staendigem Nachfragen, um die Erlaubnis zum weiterfahren, lassen sie uns dann gehen.
Die Freude ist von kurzer dauer, nach 5km werden wir zurueckbeordert. Wir koennen doch noch nicht weiter, die Waretzeit betraegt nun 4 Stunden. Das darf doch nicht wahr sein!!! Als wir Nachmittags um halb vier immernoch am selben Ort hocken, wird es uns zu bloed. Den ganzen Tag lang haben wir Fahrzeuge auf der Strasse gesehen, in beide Richtungen, und da soll man nicht durchkommen?? Wir lassen uns noch um eine weitere halbe Stunde vertroesten und schaffen es um vier Uhr mit Eskorte endlich loszufahren, um mindestens das 100Km entfernte Quetta zu erreichen.

Anfangs laeuft alles bestens, wir kommen gut voran, die Eskorte wechselt 2 mal. Erst nach etwa 40 Km sehen wir weshalb sie uns nicht weiterfahren lassen wollten: Die Passstrasse, welche sich durch eine enge Schlucht schlaengelt, ist soweit man sieht mit Lastwagen verstopft, ein riiiiiesen Stau. Der Polizeiwagen faehrt uns voran und runter ins Bachbett, welches zu dieser Jahreszeit trocken ist. Durch tiefen Kies und Schotter arbeiten wir uns so in die Mitte des Staus vor, ettliche andere Fahrzeuge hatten das selbe versucht und blieben irgendwo stecken. Wir kommen durch und fahren wieder an die Strasse. Ab hier sollte die naechste Polizei den Begleitschutz uebernehmen, doch wie wollen die hier her kommen? Es gaebe noch die Moeglichkeit eine weitere Stunde durch die tiefe Schlucht im Bachbett zu fahren, davon wird uns aber abgeraten, und zudem wird es jetzt langsam dunkel. Die Polizei meint das die Strasse heute nicht mehr frei wird, wir muessen hier uebernachten. Wirklich gefallen tut uns das nicht. Nach einer halben Stunde kommt ploetzlich hecktik auf, und tatsaechlich, die Brummies rollen!! Jetzt geht alles schnell: Der eine Polizist meint wir sollen weiter, haelt uns die Strasse frei und ruft: schnellschnell, fahrt los!!! Und gleichzeitig sein Kollege: NeinNein, stopp, wartet hier!!! Wir entscheiden uns fuer erstes und fahren los, stockend gehts vorwaerts, bis uns mitten im Gewuehl die naechste Eskorte findet. Der Fahrer gruesst wie immer freundlich und meint "You follow me". Sobald sich der Stau loest faehrt er los wie der Henker, vollgas und ueberholen was geht, ich habe groesste muehe mitzukommen. 30 Km vor Quetta haelt er an, warten auf naechste Eskorte. Saemi moechte gerne Pinkeln, kriegt aber nicht die Erlaubnis auszusteigen, To Dangerous!! Als er nochmals zu uns ins Fahrzeug schaut kriegt er fast einen Schock: "OOoohHooHoooOo, it is a Woman!! it's a Ladydriver!!! I thought you are.... It ts...!!!!...ohOoo, very Goood!!!!!. Er hatte nicht gesehen das das Steuerrad auf der falschen Seite ist, und somit ich, und nicht Charlie faehrt. So was aber auch!!!
Die neue Eskorte kommt aber nicht, und so muessen wir den Rest alleine fahren. Mitten in der Nacht in der Provinzhauptstadt von Beluchistan, Grenzstadt zu Afganistan, und, wie man sagt, beliebter Wohnort fuer Talibans, ein Hotel zu suchen ist nicht gerade toll. Wir wissen wo wir hin wollen, und sind erleichtert als wir ohne einmal nach dem Weg zu fragen oder falsch abzubiegen direkt vor das Bloom Star Hotel fahren. Keine Ahnung wie wir das gemacht haben...


An Truckerraststaetten ist man immer gut aufgehoben:
 Gutes Essen, nette Leute, ....und die schoensten Lastwagen der Welt!!!


Der Letzte Tag in Pakistan: 700Km von Quetta an die Iranische Grenze. Die erste Haelfte ist die Strasse zwar o.k, aber recht holprig, immer wieder muss man runterbremsen, auf die neue Eskorte warten oder sich bei einem Checkposten einschreiben. Die Eskorte wechselt dauernd, manchmal ist es ein Auto, manchmal ein Motorrad, und immermalwieder werden wir alleine losgeschickt. Die schroffe Wuestenlandschaft ist schoen, vor allem im goldenen Morgenlicht, die spaerlichen Doerfer, und die Polizei ist immer sehr freundlich. Es faellt einem einfach zu vergessen, dass die Gegend gefaehrlich sein sollte..
In Dalbundin, 300Km vor der Grenze gibts ein spaetes Zmittag. Die Pakistanische Kueche ist sowieso schon fantastisch (aehnlich wie in Indien aber einfallsreicher und raffinierter) aber das Essen hier uebertraf sich selbst. Die perfekte Mittagspause!
Dann gehts weiter, von jetzt an fahren wir auf einer neuen, seidenfeinen Strasse, und wie schon die letzten 100Km,  zu viert im Timur. Der bewaffnete Polizist hinten (offenbar gibts hier keine Polizeifahrzeuge mehr), Saemi und Charlie vorne, und ich verschlafe die halbe fahrt im Heck hinter dem Gepaeck auf unseren Matratzen.
Anfangs Daemmerung erreichen wir Taftan und werden auf dem "Campingplatz" des Zollhauses einquartiert.
Das waere geschafft, morgen gehts in den Iran!!!! 

->> Bildgalerie



Veröffentlicht am: 14:00:17 21.01.2010   Print Drucken

<<- zurück